Verbotene Satire: „Titanic“ darf wieder „Pipi-Kacka“-Papst zeigen


Juristisch gesehen gibt es in der Posse des umstrittenen Cover der Juliausgabe  2012 des Satiremagazins Titanic nur Verlierer. Erst verlor die Titanic, dann knickte der Vatikan ein – einen Tag bevor es erneut ins Gericht gehen sollte.

Juristisch gesehen gibt es in der Posse des umstrittenen Cover der Juliausgabe des Satiremagazins nur Verlierer. Erst verlor die Titanic, dann knickte der Vatikan ein - einen Tag bevor es erneut ins Gericht gehen sollte.

Juristisch gesehen gibt es in der Posse des umstrittenen Cover der Juliausgabe des Satiremagazins nur Verlierer. Erst verlor die Titanic, dann knickte der Vatikan ein – einen Tag bevor es erneut ins Gericht gehen sollte.

Einen Tag vor dem Prozeß um das Verbot eines Papst-Titelbildes hat die katholische Kirche die einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin „Titanic“ zurückgezogen.

Galileo Galilei. Portrait by Ottavio Leoni.

Galileo Galilei. Portrait by Ottavio Leoni. (Photo credit: Wikipedia)

„Nach eingehenden Beratungen ist der Heilige Stuhl zur Entscheidung gelangt, eine Rücknahme des Antrags auf einstweilige Verfügung gegen den Titanic Verlag zu veranlassen“, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Donnerstag in Bonn mit. „Zugleich werden weitere rechtliche Maßnahmen geprüft, um Angriffen auf die Würde des Papstes und der katholischen Kirche wirksam zu begegnen.“

Noch nicht mal eine Stunde bevor die Bischöfe ihre Meldung an die Presse weiterleiteten, hatte Leo Fischer, Chefredakteur der „Titanic“, eine Protestaktion vor der Hamburger St. Michaelis Kirche veranstaltet.
„Wir stehen in der Tradition von Galileo Galilei und Giordano Bruno„, hatte Fischer über den Kampf der Zeitschrift aus Frankfurt gegen den „letzten absoluten Monarchen Europas“ bei der Veranstaltung gesagt und so die Kragenweite des Skandals deutlich überschätzt.
Mit der Aktion „Titanic Riots“ wollten er und seine Redaktion noch einmal Publicity aus dem Papst-Cover ziehen und darauf aufmerksam machen, dass es am Freitag in die nächste Instanz des Rechtstreits zwischen Titanic und Vatikan hätte gehen sollen.
Denn die Rechtsanwältin der Titanic, Gabi Rittig, hatte vor knapp einem Monat Widerspruch gegen das Verbot des Papst-Covers eingelegt – die Gegenseite reagierte seltsamerweise damals nicht.
„Normalerweise gibt es dann immer sofort eine Antwort“, wunderte sich Rittig über die juristische Stille des Vatikans.
Am Donnerstag wurde dann mit der Mitteilung der Bischofskonferenz klar, wieso der Vatikan schwieg. Er wollte offenbar nicht mehr die Hauptrolle im Werbetheater der Satire-Zeitschrift Titanic spielen.
Papst Benedikt XVI

Papst Benedikt XVI (Photo credit: Neo_II)

Die „Titanic“ hatte im Juli Papst Benedikt XVI. von vorn und hinten gezeigt – einmal mit gelbem, einmal mit braunem Fleck auf der Soutane. Die Überschrift lautete mit Anspielung auf die Enthüllungsaffäre im Vatikan: „Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!“

Die katholische Kirche intervenierte und die Pressekammer am Hamburger Landgericht untersagte den Titel mit einer einstweiligen Verfügung.

Für das Blatt war der darauf folgende Skandal eine Segen, die Publicity war gewaltig.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s