Der Papst in Pipi-Kacka-Land


Benedikt XVI. läßt Titanic verklagen. Ist das komisch

»Anwaltsbüro«, samtet Gabi Rittigs Stimme ins Telefon, dann spricht jemand am anderen Ende der Verbindung, und Frau Rittig antwortet: Ja, der Papst habe juristische Schritte gegen die Titanic unternommen, ja, sie vertrete das Satiremagazin juristisch, und sie erklärt dem Anrufer freundlich und unaufgeregt, nein, Titanic habe nicht behauptet, der Papst sei inkontinent.

Man kann ihn auch von hinten sehen: Benedikt XVI. Foto: Johannes Simon

Man kann ihn auch von hinten sehen: Benedikt XVI.
Foto: Johannes Simon

Das Telefon klingelt nahezu pausenlos am Mittwoch im Frankfurter Büro der Rechtsanwältin Gabriele Rittig, zu deren bevorzugten Klienten auch die Titanic gehört:

Deutsch: Rechtsanwältin Gabriele Rittig, Recht...

Deutsch: Rechtsanwältin Gabriele Rittig, Rechtsanwältin der Titanic (Photo credit: Wikipedia)

Frau Rittig ist die Hausjustitiarin des Blattes, also quasi consigliere. Mit jedem Anrufer spricht sie klar und geduldig, der Hessische Rundfunk bekommt ein paar Sätze fürs Fernsehn, dann klingelt wieder das Telefon, und die Journalisten wollen alle, alle nur das eine und gleiche: Papstklage, Papstklage, Papstklage. Nicht wenige von ihnen werden sich am nächsten Tag darüber mokieren, wie man eine so geschmacklose Angelegenheit so aufblasen und so »hoch hängen« könne und was das denn bitte mit »Pressefreiheit« zu tun habe, hinter der eine angebliche Satire sich verstecke.

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