Wie reich ist Wladimir Putin wirklich?


Vladimir Putin - Caricature

Vladimir Putin – Caricature (Photo credit: DonkeyHotey)

DER RUBEL ROLLT. Putin hält die Gerüchte über seinen angeblichen Reichtum für „Geschwätz“:

Das Vertrauen der Russen in ihn sei sein wahrer Schatz.

„Ich bin der reichste Mann nicht nur Europas, sondern der Welt: Ich sammle Emotionen. Ich bin reich, weil das russische Volk mir zwei Mal die Führung eines so großen Landes anvertraut hat. Das ist mein größter Reichtum.“

Wladimir Putin hat die vergangenen acht Jahre sicher geschuftet („wie ein Galeerensklave“, sagt er). Glaubt man ihm, hat sich sein Einsatz zumindest finanziell indes nicht gelohnt: Der Monatslohn des 55jährigen aus seinem Amt als Präsident und aus einer Geheimdienstlerpension beträgt 4.694 Euro.

Dazu haben die Putins eine 77,7 qm große Wohnung in St. Petersburg, ein 1500qm-Grundstück nahe Moskau, zwei Autos Marke GAZ Bj. 1960 bzw. 1965 plus Anhänger, 230 Aktien der Bank Sankt Petersburg und 89.000 € am Sparbuch.

Immerhin wohnt die Familie in einer Residenz vor Moskaus Toren an der Nobelmeile „Rubljowka“.

Nicht alle wollen indes glauben, daß es 101 Dollar-Milliardäre in Rußland gibt, Putin aber keiner davon ist. Der Politologe Stanislaw Belkowskij nannte Putin einen „großen Geschäftsmann“, der mächtige Aktienpakete an Firmen aus der Öl- und Gaswirtschaft kontrolliere. Stanislaw Belkowskij nannte die Konzerne „Surgutneftegaz“, „Gazprom“ und den Öltrader „Gunvor“.

Der Politologe Stanislaw Belkowskij zählt vor, daß Putin 40 Milliarden Dollar schwer sei.

Beweise hat der Politologe Stanislaw Belkowskij nicht.

Auffällig ist aber, daß Vertraute Putins geheimnisvolle Imperien aus Firmen und Fonds zimmern konnten. Es ist nicht zu klären, ob sie Strohmänner sind oder die wahren Eigentümer.

Unter Putin entstand eine neue Oligarchie. Einige Topunternehmer aus Boris Jelzins Zeiten blieben, zu ihnen gesellten sich viele Staatsbeamte, etwa der frühere KGB-Mann Sergej Tschemesow. Als Chef der Staatskorporation „Russische Technologien“ baut er einen staatlichen Mischkonzern auf: mit Fluglinie (AirUnion), Automobilbau (Lada), Titan- und Stahlschmieden (VSMPO-Avisma) und Dutzenden Rüstungsfirmen.

Zwei Männer aus Putins Umfeld führen die Reichen-Liste der Wirtschaftszeitschrift „Finans“ an: Oleg Deripaska, Großaktionär bei Strabag und Magna, wird auf 40 Mrd. Dollar taxiert. Der Jude Roman Abramowitsch, unter anderem Stahlbaron und Eigner des Fußballklubs FC Chelsea, ist 23 Mrd. Dollar schwer. Wenn Deripaska bei sich zuhause feiert, schaut auch Nachbar Putin vorbei.

Nicht weniger wichtig sind Leute, die nicht in Ranglisten stehen, etwa Gennadij Timtschenko: Der „Gunvor“-Mitbesitzer kannte Putin schon lange, bevor er in den Kreml zog. Gunvor wurde seit 2000 zu Russlands größtem Ölexporteur, der 2007 einen Umsatz von mehr als 40 Milliarden Dollar anpeilte. Timtschenko bestreitet, finanzielle Vorteile aus seiner Freundschaft mit Putin zu ziehen oder ihn zum Teilhaber gemacht zu haben.

Freunde mit ganz viel Kohle

Auch Putins Datscha-Nachbar Jurij Kowaltschuk scheut die Öffentlichkeit. Der Großaktionär der Bank „Rossija“ schmiedet gerade ein Finanz- und Medienimperium. Leute wie ihn und Tschemesow kann man zu einer informellen „Kreml AG“ zählen, die gut die Hälfte des russischen BIP kontrolliert.

Putin zufolge ist das Gerede um seinen vermeintlichen Reichtum „dummes Geschwätz“. Als Premierminister will er nach den Wahlen nur seinem Volk dienen. So schafft er es nie in die „Forbes“-Rangliste.

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