„Nach Auschwitz einsteigen bitte“. Durchsage schockiert Fahrgäste


Jewish Family, Auschwitz concentration camp

Jewish Family, Auschwitz concentration camp (Photo credit: Andormix – Isaac Torrontera)

In Belgien verschafft sich ein Unbekannter Zugang zu einem Bahn-Lautsprecher und ruft die Reisenden auf, in den Zug „Richtung Auschwitz“ einzusteigen. Juden wurden dabei gebeten, in Buchenwald wieder auszusteigen. In Öffentlichkeit und Politik schlägt der Vorfall hohe Wellen. Der Übeltäter kann bislang nicht dingfest gemacht werden.

„Nach Auschwitz einsteigen bitte“. Durchsage schockiert Fahrgäste

Auschwitz concentration camp

Auschwitz concentration camp (Photo credit: imansari)

Mit einer makaberen Durchsage in der Bahn hat ein Unbekannter in Belgien die Fahrgäste schockiert. „Willkommen im Zug Richtung Auschwitz„, hörten entsetzte Passagiere am Donnerstagabend über Lautsprecher in dem Zug von Namur nach Brüssel, berichtete der belgische Rundfunk RTBF. „Alle Juden werden gebeten, in Buchenwald auszusteigen.“ Auschwitz-Birkenau und Buchenwald waren in der Zeit des Nationalsozialismus zwei Vernichtungslager, in denen systematisch Juden ermordet wurden.

Arbeit macht frei sign, Auschwitz I

Arbeit macht frei sign, Auschwitz I (Photo credit: Wikipedia)

Nach Angaben der belgischen Bahngesellschaft SNCB war ein Mann in die Kabine mit dem Lautsprecher eingedrungen und hatte die Ansage auf Französisch gemacht. Als der Schaffner in die Kabine lief, war der Unbekannte laut RTBF wieder verschwunden. Reisende bestätigten den Vorfall, über den auch die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Der Übeltäter konnte nicht gefasst werden.

Deutsch: Krematorium IV in Auschwitz Birkenau ...

Deutsch: Krematorium IV in Auschwitz Birkenau (Gaskammer im Stammlager als I gezählt) (Photo credit: Wikipedia)

Die Bahngesellschaft verurteilte die antisemitische Aktion. Ein Sprecher schloss im Radio aus, dass ein Bahnangestellter die Durchsage gemacht haben könnte. Man werde dem Vorfall nachgehen.

Auch Nazi-Vergleiche tragen Mitschuld

Auch in der Politik schlug die Sache Wellen. Die liberale Abgeordnete Viviane Teitelbaum aus dem Brüsseler Parlament kritisierte im Radio, dass die nationalsozialistische Vergangenheit in der politischen Debatte banalisiert werde: „Es werden immer mehr rote Linien überschritten. Dabei gibt es eine gewisse Verantwortung, wenn einige Politiker Vergleiche ziehen, sei es mit (dem deutschen NS-Politiker Joseph) Goebbels oder mit anderen Vorfällen… Nicht alle kennen die Geschichte, und dann kommt die Sache ins Rutschen.“

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