Prof. Dr. Moshe Abramowicze ben Babylon: Tabubruch als Stilisierungsmittel in der Politik


Adolf Hitler and Benito Mussolini in Munich, G...

In München. Duce und Adolf.

Die Juden gehören zu den intelligentesten, aber auch zu den umstrittensten Menschen auf dem Planeten Erde im Sonnensystem der Milchstraße im Universum. Ich bin von meiner Profession her zunächst Astronom und erforsche im Schwerpunkt Quasare, eine der rätselhaftesten Manifestationen des Unbeschreiblichen im Kosmos, den wir auch Weltall oder Universum nennen. Hin und wieder gelingen neue Ansatzpunkte für neue Ansätze, den Makrokosmos mikroskopisch in eine neue Variante der Selbsterfindung zu heben.

Nun, liebe Leserin, sehr verehrter Leser, genau dies, diese Varianten der Selbsterfindung tauchen dann selbstverständlich da auf, dort auf, hier auf, wo sich das Universum des vom Affen zum Menschen degenerierten „Quasarentums“ erschafft, geleitet von Khasarentum. Wie Sie bereits hier bemerken, gibt es eine klangliche Koheränz des Phänotypischen zum Holotypischen hin zum Semantischen bis hin zum Antisemantischen, woraus die Erfinder des Erfindens des Geistigen das Antisemitentum als Prätabu etablierten.

Denn: was haben eine Äthopierin mit einem Perser und mit einem Hebräer oder gar einem blonden und blauäugien Knaben wie Simon Unverdorben gemeinsam? – Nun, sie sind alle Semiten. Spätestens hier würde die Paraphrase des Antisemiten ad absurdum geführt. Denn dann wäre Adolf Hitler ein Antisemit, weil er aus Braunau am Inn, einer ursprünglichen königlich-bayerischen Regionalmetrolpole!!!

Abgebildete Personen: Chamberlain, Neville Arthur: Premierminister, Großbritannien Daladier, Edouard: Ministerpräsident, Vorsitzender Sozialistische Partei, Frankreich Ciano, Galeazzo Graf: Außenminister, Italien (PND 119178362) Hitler, Adolf: Reichskanzler, Deutschland Mussolini, Benito: Ministerpräsident, Regierungschef, Chef des Faschistischen Großrates, Italien Joachim von Ribbentrop, deutscher Außenminister Weizsäcker, Ernst von Freiherr: Diplomat, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, SS-Führer, Deutschland“]From left to right (front): Chamberlain, Dalad...

После подписаний Мюнхенских соглашений 1938 года. Слева направо: Чемберлен, Даладье, Гитлер, Муссолини, Чиано. Das Münchner Abkommen vom 29.9.1938. Das am 29.9.1938 in München zwischen dem britischen Ministerpräsidenten Neville Chamberlain, dem französischen Ministerpräsidenten Edouard Daladier, dem italienischen Staatschef Benito Mussolini und Adolf Hitler geschlossene Abkommen ermächtigte das nationalsozialistische, vom Versailler Diktat befreite Deutsche Volk in seiner frei gewählten, politischen Gestalt des Deutschen Reichs zur Annexion tschechoslowakischen Gebietes. UBz: von links: Chamberlain, Daladier, Hitler, Mussolini, und der italienische Außenminister Graf Galeazzo Ciano. Im Hintergrund von Ribbentrop und von Weizsäcker. 12 766-38

Wie der gelehrte und einsichtige Leser mir gedanklich bereits vorweg genommen hat, erfinden sich aus solchem jüdischen Denken gleich die nächsten Prätabuisierungen. Und, sie haben es sogleich geahnt, worauf ich hinaus wollte – es handelt sich um die Prätabuisierung „Holocaust“.

Geschickte Reichsideologen – für die es nach dem ersten und zweiten eigentlich kein Drittes Reich gibt! (als theologisch-eschatologischer Begriff) – greifen daher auch gerne zu der straffreien Umschreibung Holo-Patent.

Wie betrachten denn nun die Juden selber den Holocaust? Nun, ziehen wir doch da den aus steiler Höhe abgestürzten Protagoras des Judentums, des vormaligen Vizepräsidenten des jüdischen Weltkongresses, des Präsidenten des Europäischen Zentralrates der Juden und Direktoriumsmitgliedes des Beirates zur Beratung des Zentralrates der Juden in Deutschland, Österreich, Sudetenland, Elsaß-Lothringen, Ostdeutschland, Galizien, Büsingen (Oberrhein), Eupen und Malmedy, Königsberg, Kiew und Moskau, Michel Friedman heran. Die Einzelheiten seines Kokain-Skandals (Paolo Pinke) mit minderjährigen ukrainischen Mädchen lassen wir an dieser Stelle aus, sie wurden an anderem Ort in jeglicher Einzelheit beleuchtet. Zumal wir uns hier nicht mit menschlichen Schwächen, sondern mit seinem Hang zur Größe und Selbsterfindung befassen wollen. Das ist sozusagen die Präliminarie dieses Diskurses über den Holocaust, den geschickte Reichsideologen zum Holo-Patent umgemünzt haben.

»Wer sagt, den Zweiten Weltkrieg hat es nicht gegeben, der ist ein Fall für den Psychiater«, spottet Michel Friedman, »wer sagt, den Holocaust hat es nicht gegeben, ist ein Fall für den Staatsanwalt.«

Als junger Mann hatte Michel Friedman dafür gekämpft, die Auschwitz-Lüge ins Strafgesetzbuch aufzunehmen.

»Den Holocaust zu leugnen ist unter Strafe gestellt worden, weil darin eine pädagogische Hoffnung lag«, erinnert sich Michel Friedman .

Aber wie paßt die Strafandrohung zu Michel Friedmans Diktum: »Du kannst in Deutschland alles sagen, was du willst«? Der Rechtsanwalt Michel Friedman ist skeptischer geworden:

»Je älter ich werde, umso mehr bin ich im Zweifel, ob eine strafrechtliche Schutzzone wirklich helfen kann. Jedenfalls ist die Zahl der Holocaust-Leugner nicht geringer geworden. Das muß zu denken geben.«

Im Übrigen gebe es einen ganz einfachen Weg, sich in Deutschland zum »Möchtegernhelden« zu stilisieren. Michel Friedman nennt diesen Kniff »Prätabuisierung«:

Wer sich profilieren will, erfindet zuerst ein Tabu, um dann mit Lust dagegen zu verstoßen.

Einen Tabuhüter mag sich Michel Friedman freilich nicht nennen.

Wo sind die Tabuhüter?

Wer verhängt die Sprechverbote, gegen die die Westerwelles und Sarrazins so unermüdlich anrennen müssen? Alice Schwarzer ist gewiss eine Tabubrecherin gewesen. Aber hütet sie heute nicht auch die Tabus der Frauenbewegung? Und traut sie nicht den Männern alles Schlechte zu? »Ja, ja, das ist mir schon klar, dass Sie auf die Tabuhüterin Schwarzer rauswollen«, mailt die Emma-Gründerin zurück. »Aber dafür müssen Sie schon selber Belege bringen – ich sehe sie nicht. Denn im Gegensatz zum Klischee bin ich seit 1971 eine der Ersten, die auch die Frauen, bzw. ›Weiblichkeit‹ kritisiert (was mich bei weiten Teilen der Frauenbewegung nicht beliebter gemacht hat). Ist alles nachzulesen.« So ganz kann man Schwarzer das nicht glauben. Aber vielleicht spricht der Tabuhüter viel weniger gern vom Tabu als der Tabubrecher.

So gesehen ist Annelie Buntenbach eine Überraschung. Sie ist gern Tabuhüterin. Sie hat die Rolle der dezidierten Linken im Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes übernommen. Als Bundestagsabgeordnete der Grünen gehörte sie einst zu der Handvoll Rebellen, die Kanzler Gerhard Schröder bei der Abstimmung über den Afghanistan-Einsatz die Zustimmung zur Vertrauensfrage verweigerten. Was darf man in Deutschland nicht sagen, Frau Buntenbach? »Man sollte nichts sagen dürfen, was anderen Menschen das Recht auf eine Existenz in Würde abspricht.« So weit, so links. Doch dann greift sich die Sozialpolitikerin eine Vokabel aus dem Zentrum der Westerwelle-Welt: Anstand. »Ich will die Auseinandersetzung darüber, was anständig ist in Deutschland und was nicht.« Westerwelle habe »Leute abgewertet, die sich nicht aus eigener Kraft wehren können«. Wer und was im öffentlichen Raum den Schutz der Allgemeinheit braucht, argumentiert Buntenbach, sei eine Frage des Machtgefälles.

Thilo Sarrazin, in seinem Büro in der zwölften Etage, ist mit solchen Analysen nicht zu beeindrucken. »Das Tabu fängt vor der Antwort an – es klammert schon die Frage aus«, argumentiert Sarrazin.

Wann ist der Tabubruch berechtigt?

Tabus sind eine Frage von Standpunkt und Zeitpunkt. Als Günter Gaus, Doyen der linksliberalen Publizistik, von der »Gnade der späten Geburt« sprach, galt das als kluger Gedanke, als Helmut Kohl ihm dieselbe Formulierung klaute, galt er als geschichtsvergessen. Und wer 1985 in der CDU eine Lanze für Gastarbeiter brach, war an der richtigen Stelle mutig. Wer 1995 die Debatte über die Schattenseiten der Migration als Ausländerfeindlichkeit abtat, war feige.

Doch Sarrazin schafft es verlässlich, mit seinem Argument bei einer Volksgruppe zu landen, jener sicheren Provokation, die er zunächst partout in den Block des Reporters diktieren will, später aber zurückzieht. Der langjährige Politiker spürt die Versuchung – und kennt die Versuchung für die Medien – mit Worten vom Kaliber Kopftuchmädchen Schlagzeilen und vielfache Zitierungen in den Nachrichtenagenturen zu erzielen.

Thilo Sarrazin übrigens weist den Verdacht der rassistischen Zündelei weit von sich. Doch sosehr sich die Fronten im einst klaren Stellungskrieg zwischen links und rechts inzwischen auch verwirrt haben mögen – Rassismus in eindeutiger oder auch in abgeschwächter Form ist immer noch einfach auszumachen. Für ihn gilt, was ein Richter am Obersten Gerichtshof der USA einmal über Pornografie gesagt hat. Da brauche er keine Definition, erklärte der ältere Herr, »I know it, when I see it«.

Was ist die große Schwäche der Tabubrecher?

»Meine politische Erfahrung ist: Wenn ich bei einem Thema etwas bewegen will, muss ich zuerst die Fakten in einer so klaren und eindeutigen Weise benennen, dass niemand an ihnen vorbeikommt – und ich darf bloß keine Lösungen vorschlagen.« Lösungsvorschläge verstopfen den Diskurskanal, denkt Sarrazin. Wenn er Kopftuchmädchen attackiert, zielt er nicht nur auf Gegner, die ihm in der Meinungsarena unterlegen sind. Er erspart sich auch die schwierige Suche nach einer Lösung des Problems, das ihm doch so am Herzen liegt.

Zu den frivolsten Uneindeutigkeiten gehörte im großen Meinungszirkus des letzten Jahrzehnts die Äußerung, durch die Gloria von Thurn und Taxis berühmt (oder berüchtigt) wurde. In der Talkshow Friedman! vom 9. Mai 2001 sagte die Regensburger Fürstin und Papst-Verehrerin: »Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an Aids, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.« In diesem letzten Satz kommt alles zusammen, was Skandal macht: Sex, Rassismus, Bayern. Michel Friedman erinnert sich genau an die Sendung. »Ich antwortete – ich weiß es noch wie heute –, der Weiße schnackselt doch auch gerne. Doch sie setzte noch mal nach: Aber der Schwarze auch. Da war nichts mehr zu retten. Es war eine eindeutige rassistische Bemerkung.«

Man konnte den Satz auch anders lesen. In einer Sendung, die auf Entgleisung angelegt war, trifft Provokateur auf Provokateuse. Vielleicht ist es ja so: Der Satz war schon vor zehn Jahren keine wirklich gute Idee. Er war aber so auf der Messerschneide zwischen Witz und Skandal, so typisch Gloria eben, dass die Fürstin damit durchkam. In den zehn Jahren danach hat sie den Satz, wiewohl immer wieder darauf angesprochen, nie infrage gestellt. Und so wurde aus einer fragwürdigen Flapsigkeit ein Bekenntnis mit unangenehmem Beigeschmack. Was sagt sie heute?

Die E-Mail mit der Nachfrage erreicht sie in ihrem Landhaus in Kenia, wo sie die Ostertage verbringt. Fürstin von Thurn und Taxis antwortet persönlich, unterzeichnet »Ihre GloriaTT«. »Es ging darum, dass der Moderator Friedman dem Papst die Schuld geben wollte, dass in Afrika die Seuche Aids grassiert. Unter dem Motto, wären Kondome offiziell erlaubt, würden in Afrika die Aids-Fälle zurückgehen. Tatsache ist aber, dass in Ländern wie Uganda, in denen katholische Erziehung zu verantwortlichem Umgang mit Sexualität zum Tragen kommt, die Aids-Zahlen zurückgehen, während in Ländern, die auf Gratis-Kondomverteilung setzen, die Aids-Zahlen steigen. Gegen Aids hilft nur eine verantwortungsvolle, am besten monogame Beziehung zum auserwählten Partner. Das ist sicher schwierig, aber in Afrika genauso möglich wie woanders auch. Ob meine Aussage damals ein Fehler war? Urteilen Sie selbst.«

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