Hells Angels Rocker handelte in Notwehr – Bundesgerichtshof läßt Polizisten-Killer laufen


Hells Angels France

Hells Angels Frankreich

Als im März 2010 ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei seine Haustür aufbrechen will, fackelt Karl-Heinz „Kalli“ B. (damals 43) nicht lange. Der Hells-Angels-Rocker feuert zweimal durch die geschlossene Tür, einer der Elite-Polizisten sackt tödlich getroffen zusammen.

Karlsruhe – Der Bundesgerichtshof (BGH) sprach den Rocker jetzt vom Vorwurf des Totschlags frei. Begründung: Karl-Heinz B. habe in „Putativnotwehr“ geschossen!

Das Landgericht Koblenz hatte den Hells Angel im Februar noch zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Kalli B. hätte zumindest einen Warnschuß abgeben müssen, meinten die Richter damals.

Falsch, entschied jetzt der BGH! Das Mitglied der „Hells Angels” habe auf den hinter einer Haustüre verdeckt stehenden Polizisten in irrtümlich angenommener Notwehr geschossen. Deshalb sei ein Warnschuß nicht nötig gewesen.

„Hells Angel“ Karl-Heinz „Kalli“ B. im März 2010 nach der Haftvorführung. Anderthalb Jahre später wurde der Rocker vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen

„Hells Angel“ Karl-Heinz „Kalli“ B. im März 2010 nach der Haftvorführung. Anderthalb Jahre später wurde der Rocker vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen

Dem Landgericht Koblenz zufolge hatte ein Sondereinsatzkommando der Polizei am Tattag versucht, die Haustür des Rockers aufzubrechen. Der Mann sei aber nach entsprechenden Morddrohungen davon ausgegangen, dass es sich um Mitglieder der konkurrierenden Gruppe „Bandidos” handelte, die ihn und seine Verlobte töten wollten.

Da die Polizei auf seinen Zuruf „Verpißt Euch!” nicht reagiert habe, habe er mit seiner Pistole gezielt durch die Tür geschossen – ohne Warnschuss. Die Kugel war am Armausschnitt der Schutzweste des Polizisten eingedrungen und hatte ihn getötet.

Laut BGH handelte der Rocker in irrtümlicher Notwehr.

SEK-Mann Manuel K. wurde bei dem Einsatz tödlich getroffen

SEK-Mann Manuel K. wurde bei dem Einsatz tödlich getroffen

Da er von höchster Lebensgefahr ausgegangen sei, sei es ihm „nicht zuzumuten” gewesen, durch einen Warnschuß auf sich aufmerksam zu machen und seine „Kampf-Position” so zu schwächen.

Dass es durch die Verkettung unglücklicher Umstände zum Tod des Polizeibeamten kam, sei dem Angeklagten daher nicht anzulasten, befanden die Karlsruher Richter.

Die Kutte des Rockers („Hells Angels Bonn“) hängt nach den tödlichen Schüssen im Flur

Die Kutte des Rockers („Hells Angels Bonn“) hängt nach den tödlichen Schüssen im Flur

Die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisiert den Freispruch scharf!

Werner Kasel, Landesvorsitzender der Gewerkschaft in Rheinland-Pfalz: „Damit wird Menschen, die im Rockermilieu leben und sich ständig von konkurrierenden Banden bedroht fühlen, ein Freibrief zum ungehinderten Schießen erteilt. Das ist entsetzlich.“

Vor der Tür dieses Hauses in Anhausen (Rheinland-Pfalz) wurde der SEK-Beamte tödlich getroffen. Polizisten sichern Spuren am Tatort

Vor der Tür dieses Hauses in Anhausen (Rheinland-Pfalz) wurde der SEK-Beamte tödlich getroffen. Polizisten sichern Spuren am Tatort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s