Kurioser Polizeieinsatz gegen den Senator der Reichshauptstadt Danzig: Ausweisfälscher auf der A 8 zeigt seinen „Danziger“ Personalausweis


Wappen Freie Stadt Danzig

Image via Wikipedia

Kurioser Polizeieinsatz: Ausweisfälscher auf der A 8

Fälschung II: der „Danziger“ Personalausweis.

Traunsteiner Schleierfahnder haben auf der A 8, bei Piding nahe der Grenze zu Österreich, einen kuriosen Fang gemacht: Ein 45-jähriger Deutscher erklärte den verdutzten Beamten bei einer Kontrolle, er sei „Bürger der Freien Stadt Danzig“. Zum Beweis legte er Ausweis und Führerschein vor. Unter Staatsangehörigkeit stand dort: „Deutsches Reich“. Auch das Kennzeichen an seinem Audi war auf die „Freie Stadt Danzig“ zugelassen. Das Problem nur: Es gibt schlichtweg kein Staatswesen mit diesem Namen. Danzig ist eine Stadt in Polen, lediglich von 1920 bis 1939 gab es den Freistaat „Freie Stadt Danzig“, der unter dem Schutz des Völkerbunds existierte.

Posse auf der Autobahn

Posse auf der Autobahn

Der 45-Jährige muss nun mit einem Verfahren wegen mehrfacher Urkundenfälschung rechnen.

Was man nie zu Polizisten sagen sollte

Noch auf der Autobahn zeigte er sich hoch unerfreut über diese Verwicklungen – und unternahm Gegenmaßnahmen. Er kontaktierte den „Senator“ der „Freien Stadt Danzig“. Die Staatsbürgerschafts-Posse nahm ihren Lauf. Der telefonisch zugeschaltete Senator beschwerte sich daraufhin bei den Beamten, dass sie einen „seiner Staatsangehörigen“ festgesetzt hätten. Ein persönliches Erscheinen bei der Polizeiinspektion Traunstein lehnte er jedoch ab. „Grund hierfür dürfte sein, dass dem ,Senator’ bekannt ist, dass die deutschen Strafverfolgungsbehörden in anderer Sache ein gesteigertes Gesprächsbedürfnis mit ihm haben“, teilte die Polizei süffisant mit.

Die Polizisten sind hier wohl auf besonders aktive Revanchisten gestoßen. Es gibt eine obskure Internetseite, auf der die Verantwortlichen Dokumente vorlegen, die die völkerrechtliche Existenz des „Freistaats Freie Stadt Danzig“ beweisen sollen. Alles natürlich großer Schmarrn, aber selbst Reisepässe (150 Euro) und Gewerbeanmeldungen (25 Euro) für den fiktiven Staat lassen sich dort bestellen. Bearbeitet wird das Ganze von Coburg aus, dort hat das Einwohnermeldeamt der „Freien Stadt Danzig“ seinen Sitz.

Ein Ausweisfälscher und ein rechtsextremer “Evangelist”

Publiziert am 6. August 2011 von Frank Schmidt

Wieder einmal wird es Zeit für einen Blick in die Presse. Diesmal geht es um einen Ausweisfälscher auf der A8 und um einen rechtsextremen “Reichsbürger”, der sich inzwischen als “Evangelist” bezeichnet.

Posse auf der Autobahn

Über eine “Posse” auf der Autobahn A8 berichtete “Merkur Online” am 25.07.2011.

Anläßlich einer Polizeikontrolle zeigte ein Mann einen “Personenausweis” vor, der ihn als Staatsangehörigen des “Deutschen Reiches” auswies. Ausgestellt wurde der Scherzartikel von der “Freien Stadt Danzig”. Auch sein Führerschein sowie das Nummernschild seines Audis stammten von der “Freien Stadt Danzig”.

Während die Polizeibeamten den “Reichsbürger” kontrollierten, griff dieser beherzt zum Handy und trat mit dem “Senator” der “Freien Stadt Danzig” in Kontakt. Dieser beschwerte sich bei den Beamten. Doch persönlich zur Polizeistation wollte der “Senator” nicht kommen. “Merkur Online” zum wahrscheinlichen Grund:

„Grund hierfür dürfte sein, dass dem ,Senator’ bekannt ist, dass die deutschen Strafverfolgungsbehörden in anderer Sache ein gesteigertes Gesprächsbedürfnis mit ihm haben“, teilte die Polizei süffisant mit.

Das “Einwohnermeldeamt” der “Freien Stadt Danzig” habe laut “Merkur Online” seinen Sitz in Coburg. Dort könne man “Reisepässe (150 Euro) und Gewerbeanmeldungen (25 Euro)” bestellen.

“Alles natürlich großer Schmarrn”, schlußfolgert der Autor des Textes ganz richtig. Ob sich allerdings der 45jährige “Reichsbürger”große Sorgen wegen des im Artikels angekündigten Verfahrens “wegen mehrfacher Urkundenfälschung” machen muß, darf bezweifelt werden.

Nicht zu glauben: Ein rechtsextremer “Evangelist”

Unter Berufung auf eine offensichtlich falsch verstandene ”Glaubensfreiheit” versuchen einige Rechtsextremisten seit einer Weile, Strafverfahren entgegenzutreten, die ihnen zum Beispiel wegen der Verbreitung volksverhetzenden Pamphlete, in denen insbesondere gegen Juden gehetzt wird, ins Haus stehen. Horst Mahler zählt unter anderem hierzu, aber auch Christian Bärthel.

Letzterer ist in der Szene der “Reichsdeutschen” kein Unbekannter und fährt die Schiene des frömmelnden Volksverhetzers inzwischen so dreist, daß er sich vermutlich schon selbst… glaubt.

Bärthel meldet sich immer mal wieder mit “Rundbriefen” zu Wort, macht ansonsten aber auch durch Strafverfahren auf sich aufmerksam, die gegen ihn geführt werden.

Der Rechtsextremist war unter anderem 2007 vom Landgericht Gera wegen Volksverhetzung u.a. zu einer Haftstrafe von 10 Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, und 150 Sozialstunden verurteilt worden. Seine damalige Wahlverteidigerin war die Rechtsextremistin Sylvia Stolz, Lebenspartnerin Horst Mahlers und unter anderem dafür bekannt, einen Schriftsatz mit “Heil Hitler” unterzeichnet zu haben (siehe zum damaligen Verfahren gegen Bärthel “Endstation Rechts“). Wegen Beleidigung war Bärthel im Januar 2010 in einem Berufsungsprozess vom Landgericht Gera zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 15 EUR verurteilt worden. In der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Gera noch eine Bewährungsstrafe von 4 Monaten verhängt.

Gestern berichtete “Welt online” über Christian Bärthel – der sich inzwischen selbst als “Evangelist” bezeichnet – und seinen neuesten vermeindlich “frommen” Akt.

Der Rechtsextremist plant, einen “Gottesdienst” durchzuführen.

Nicht irgendwo, sondern in Wunsiedel, aufgrund des dort bis vor kurzem befindlichen Grabes des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß eine Neonazi-Pilgerstätte.

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