Broker befürchten schwarzen Montag


Telefon

Image via Wikipedia

Die Herabstufung der USA könnte die Talfahrt der Finanzmärkte weiter beschleunigen. Per Telefon versucht die Politik den ganz großen Crash zu verhindern – bevor am Montag die Börsen öffnen.

e Situation ist beispiellos: In Europa gärt eine bedrohliche Schuldenkrise und zugleich verlieren die hoch verschuldeten USA ihre Top-Bonität. Ein gefährlicher Cocktail für die Finanzmärkte, die bereits in der vergangenen Woche deutlich abgestürzt sind. Bevor am Montag Märkte für Aktien, Anleihen und Devisen eröffnen, ringt die Politik deshalb um eine gemeinsame Haltung.

Die Angst vor einem Börsencrash und unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft trieb die Spitzenpolitiker führender Industriestaaten am Sonntag zum Handeln. In zahlreichen Telefonkonferenzen der G7 und der G20 versuchten die Staats- und Regierungschefs einen gemeinsamen Fahrplan zu erarbeiten, um die Märkte wieder zu beruhigen. Die Zeit läuft davon: Als erstes öffnen am Montag die Börsen in Asien, dann folgen die europäischen Finanzmärkte – anschließend öffnet die Wall Street in New York.

Mit Diplomatie versuchen die Politiker, den befürchteten schwarzen Montag doch noch abzuwenden. Die Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industrienationen (G7) haben sich nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo telefonisch über die heftigen Irritationen an den weltweiten Finanzmärkten beraten.

Mit Diplomatie versuchen die Politiker, den befürchteten schwarzen Montag doch noch abzuwenden. Die Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industrienationen (G7) haben sich nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo telefonisch über die heftigen Irritationen an den weltweiten Finanzmärkten beraten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy bekräftigten am Sonntag zur Beruhigung der Finanzmärkte die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom Juli. Der Fonds solle im Oktober 2011 Anleihen angeschlagener Staaten kaufen, teilten die beiden Regierungschefs mit. Zugleich ermahnten Merkel und Sarokozy Italien und Spanien, ihren angekündigten Konsolidierungskurs zügig und vollständig umzusetzen.

Die Ankündigung nach griechischenen, portugiesischen und irischen Anleihen auch italienische Bonds zu kaufen, soll die Nervosität der Anleger dämpfen.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Tom Mayer, rechnet mit weiteren Kurseinbrüchen an den Börsen. „Schlechte Nachrichten sind immer unangenehm für Märkte“, sagte Mayer im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“. Er rechne zwar nicht mit einem weltweiten Börsencrash, aber: „Es könnte Verluste geben.“

Die weltweite Verunsicherung der Anleger führte am Sonntag an den Aktienmärkten auf der Arabischen Halbinsel zu deutlichen Verlusten. Der Leitindex von Katar gab zu Handelsbeginn mehr als fünf Prozent nach. Am Samstag waren bereits die Börsen in Saudi-Arabien deutlich ins Minus gerutscht.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hatte am Freitag den USA die Bestnote „AAA“ entzogen und die Bonität auf „AA+“ abgestuft. Die Agentur begründete dies mit dem jüngsten Schuldenabkommen. Die beiden anderen wichtigen US-Ratingagenturen Moody’s und Fitch hielten an der Bestnote fest.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s