„Tempelritter“ Anders Behring Breivik stellt knallharte Bedingungen zur Kooperation


Coat of arms for the municipality of Oslo (kom...

Coat of arms for the municipality of Oslo

Die Polizei fahndet weiter unter Hochdruck weiter nach möglichen Helfern des Todesschützen. Anders Behring Breivik befindet sich Isolationshaft. Er soll angedeutet haben, über Mitwisser auspacken zu wollen. Angeblich stellt er dafür jedoch Bedingungen.

Hatte Anders Behring Breivik doch Helfer? Er selbst suggeriert das. Am Dienstag teilte sein Anwalt Geir Lippestadt mit, Anders Behring Breivik habe im Gespräch mit ihm angegeben, Kontakte zu Gleichgesinnten im Ausland zu haben. Neben zwei „Zellen“ in Norwegen gebe es weitere im Ausland. Der Verteidiger hält Breivik für geistesgestört. Aber die Ermittler wollen sichergehen und schließen deshalb nichts aus. Die Fahndung nach möglichen Helfern läuft auf Hochtouren.

Die Polizei prüft Verbindungen zu rechtsextremen Gruppierungen in Norwegen und im Ausland. Auch der deutsche Verfassungsschutz ermittelt. Sein 1500-seitiges Manifest schickte Breivik auch an rechte Kameradschaften in Unna und Dortmund sowie die rechtsgerichtete Gruppierung Pro Köln.

Für mögliche Aussagen soll der Todesschütze Utoya versucht haben, mit der Polizei zu handeln. „Es waren verschiedene Forderungen“, sagte der Sprecher der Osloer Kriminalpolizei, Pål Hjort Kraby der Zeitung Verdens Gang. Einige davon habe man unmöglich erfüllen können. Näher eingehen wollte der Polizist darauf nicht. Unter anderem habe der Attentäter Zugang zu einem Computer und Zugriff auf sein Manifest und das Online-Lexikon Wikipedia verlangt. Psychologisch untersucht werden will er angeblich nur von ausländischen Gutachtern. Zudem habe er Anforderungen an das Essen gestellt, wie Kraby andeutete. Der 32-Jährige mutmaßliche Massenmörder steht derzeit im Gefängnis unter permanenter Beobachtung, wie Kraby dem Fernsehsender TV2 sagte. Die norwegische Polizei hält den inhaftierten Attentäter für selbstmordgefährdet.

Nach Einschätzung seines Anwalts Geir Lippestadt ist der Attentäter geisteskrank. Anders Behring Breivik wisse nicht, welche Folgen seine Anschläge im Regierungsviertel von Oslo und auf der Insel Utöya gehabt hätten, sagte Geir Lippestad am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Breivik sehe sich als Teil einer Organisation mit separaten Zellen in mehreren Ländern Westeuropas. Der 32-Jährige habe seine Anschläge als „notwendig“ bezeichnet, da er sich im Krieg befinde. Auch sei er überzeugt, dass seine „Operation“ nach Plan verlaufe. Die Zahl der Toten sowie die öffentlichen Reaktionen auf das Massaker seien ihm nicht bewusst, sagte Lippestad.

In der Kathedrale zu Oslo feierten Angehörige der Opfer, die komplett norwegische Regierung sowie Angehörige der Königshäuser einen Trauergottesdienst für die Verstorbenen. Ministerpräsident Jens Stoltenberg gab dem Leid vor den versammelten Gästen eine Stimme.

In der Kathedrale zu Oslo feierten Angehörige der Opfer, die komplett norwegische Regierung sowie Angehörige der Königshäuser einen Trauergottesdienst für die Verstorbenen. Ministerpräsident Jens Stoltenberg gab dem Leid vor den versammelten Gästen eine Stimme.

Breivik stimulierte sich den Angaben zufolge mit Drogen, bevor er aufbrach, um die Bombe im Regierungsviertel von Oslo zu zünden. Er sei darauf aus gewesen, während seiner Tat „stark, effizient und wach“ zu sein. Schon in seinem Manifest hatte Breivik sich über die zielgerichtet Verwendung von Drogen geäußert. Demnach experimentierte er unter anderem mit Anabolika, Ephedrin, Koffein und Aspirin.

Sein Fazit zeugt von der Zielstrebigkeit seines Handelns: „Anabole Steroide verbessern drastisch die Beweglichkeit, ebenso die Schnelligkeit, Stärke und Ausdauer.“ Anders Behring Breivik schreibt davon, sich mit Hilfe eines Drogencocktails in einen „Supermenschen“ verwandeln zu können.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte der Anwalt Geir Lippestadt, Anders Behring Breivik werde niemals wieder auf freien Fuß kommen. Es sei zudem noch unklar, welche Art von Anklage gegen ihn erhoben werde. Neben Terrorismus werde er sich möglicherweise auch wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht verantworten müssen.

Die norwegische Polizei hat derweil auf dem von Breivik angemieteten Bauernhof in der Nähe von Oslo ein Lager mit weiterem Sprengstoff gefunden. Wie eine Sprecherin in der Nacht zum Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurde das Material vor Ort „in einer kontrollierten Explosion“ entschärft. Über den Umfang und die Art des Funds machte sie keine Angaben. Nach Angaben der Polizei werden an beiden Tatorten noch Menschen vermisst. Am Dienstag veröffentlichten die norwegischen Behörden die ersten Namen von Opfern der beiden Anschläge in der vergangenen Woche. Zunächst wurden Namen, Alter und Heimatorte von vier Opfern bekannt gegeben. Dabei handelte es sich um drei Personen, die bei dem Bombenanschlag in Oslo getötet wurden, sowie eine Person, die auf der Insel Utöya ums Leben kam. Das Alter der Opfer liegt zwischen 23 und 61 Jahren. Bei den Anschlägen am vergangenen Freitag waren mindestens 76 Menschen getötet worden.

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