Polizei fahndet nach Breivik-Verehrer


Dagbladet

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Die Polizei fahndet nach einem möglicherweise gewaltbereiten Verehrer des mutmaßlichen Attentäters Breivik. Wegen eines verdächtigen Gepäckstücks war der Hauptbahnhof in Oslo am Mittwochmorgen teilweise geräumt worden. Inzwischen läuft der Verkehr wieder. Medienberichten zufolge hat die norwegische Polizei die Fahndung nach einem möglicherweise gewaltbereiten Verehrer des mutmaßlichen Attentäters Anders Behring Breivik eingeleitet.

Der Mann identifiziere sich mit Behring Breivik und gelte als psychisch instabil und gefährlich, berichtete der Fernsehsender NRK am Mittwoch. Die Polizei veröffentlichte ein Foto des 42-Jährigen, der nach einem Angriff auf eine Polizeistation erst am Montag aus dem Gefängnis freigelassen worden war.

Polizei fahndet nach Breivik-Verehrer

Polizei fahndet nach Breivik-Verehrer

Polizeisprecher Per Thomas Omholdt sagte, es gebe zwar keine direkte Verbindung zwischen dem Verdächtigen und den Anschlägen vom Freitag. Der Mann solle aber festgenommen und von einem Arzt untersucht werden. Am Mittwochmorgen hatte die Polizei den Osloer Hauptbahnhof evakuiert, nachdem ein verdächtiger Koffer gefunden wurde.

Der Polizei war gemeldet worden, dass ein Mann „auf eine komische Art und Weise“ aus dem Bus ausgestiegen sei, der vor dem Bahnhof geparkt war. Dabei ließ er sein Gepäck zurück.

Nach Angaben eines Bahnvertreters handelte es sich um einen der Busse, die zurzeit die Bahnverbindung zum Osloer Flughafen ersetzen. Wie ein AFP-Reporter berichtete, hatte die Polizei den Eingang zum Hauptbahnhof zwischenzeitlich abgeriegelt, rund zehn Polizei- und drei Feuerwehrautos waren im Einsatz. Rund 200 Menschen mussten mit ihrem Gepäck vor dem Bahnhof warten. Ein Sprengstoff-Team war vor Ort und hatte die „notwendigen Maßnahmen“ eingeleitet.

Laut dem Onlineportal der norwegischen Zeitung „Dagbladet“ überprüfte ein Hund und spezielle Roboter den Koffer.

Es wurde aber kein Sprengstoff gefunden. Nach Informationen der Zeitung wurde auch der Besitzer des Koffers inzwischen gefunden. Die Polizei gab Entwarnung. Der Zug-Verkehr konnte demnach wieder aufgenommen werden.

Norwegens Behörden sind wegen der Terroranschläge vom Freitag in erhöhter Alarmbereitschaft. Bei den Attentaten im Regierungsviertel in Oslo und auf der Insel Utöya waren insgesamt mindestens 76 Menschen getötet worden. In der Nacht zu Mittwoch hatte die Polizei Sprengstoff auf dem Bauernhof des mutmaßlichen Attentäters Anders B. Breivik gefunden und vor Ort entschärft. Breivik befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Für weitere Aussagen zu möglichen Helfern seines Anschlags stellte er am Mittwoch die Forderung, Zugang zu einem Computer zu bekommen.

Der norwegische Geheimdienst hat bislang keine Hinweise auf Verbindungen von Anders B. Breivik zu „Zellen“ von Gleichgesinnten in Europa. „Im Moment haben wir keine Beweise für die Existenz anderer Zellen, weder in Norwegen noch in Großbritannien“, fügte sie hinzu. Die Behörden arbeiteten aber eng mit denen in Europa, den USA und anderswo zusammen.

Breivik hatte nach Angaben seines Anwalts am Dienstag geäußert, nicht nur Kontakte zu zwei „Zellen“ in Norwegen, sondern auch zu Gleichgesinnten im Ausland gehabt zu haben. Sie halte das für „möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich“, sagte Kristiansen dazu. Medien hatten etwa berichtet, der Norweger habe Verbindungen zur britischen English Defence League (EDL) gepflegt, die islamfeindliche Kampagnen organisiert. Diese dementierte allerdings umgehend den Kontakt zu ihm.

Der Anwalt des 32-Jährigen hatte zudem erklärt, der gesamte Fall deute darauf hin, dass sein Mandant „verrückt“ sei. Psychiater sollten nun seinen Geisteszustand untersuchen.

Die Geheimdienstchefin äußerte sich zu dieser Möglichkeit ablehnend: „Meiner Meinung nach ist er durchaus ein zurechnungsfähiger Mensch“, sagte sie. Er sei konzentriert und berechnend und habe über Jahre hinweg an seinen Plänen gefeilt. All das passe nicht zu einem verrückten Menschen. Behring Breivik sei vielmehr „vollkommen böse“.

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