Antisemitische Hetzflugblätter gegen das „Weltjudentum“ in Bielefeld gestreut – Staatsschutz ermittelt


BaoDing Mountain Buddha 重庆大足宝顶山石刻

BaoDing Mountain Buddha 重庆大足宝顶山石刻

Polizei sucht Flugblatt-Autor – Flyer mit antisemitischen Parolen verteilt – Beamte ermitteln wegen Volksverhetzung

Bielefeld. Flugblätter mit judenfeindlichen Parolen haben Unbekannte in dieser Woche an der Weststraße im Bielefelder Westen in Umlauf gebracht. »Die Polizei hat Ermittlungen wegen Volksverhetzung aufgenommen«, teilte Polizeisprecherin Sonja Rehmert gestern auf Anfrage mit.

»Das ist unglaublich«, empört sich Gisela Brink. Ihre Tochter Stephanie wohnt in der Weststraße und hat am Montagabend in ihrem Briefkasten gleich zwei Zettel mit antisemitischen Inhalten gefunden. »Ich bin mit den Flugblättern direkt zur Polizei gegangen. So etwas kann man schließlich nicht einfach tolerieren. Das ist kein Dummer-Jungen-Streich, sondern eine politisch motivierte Tat«, sagt Gisela Brink.

Gisela Brink zeigt die Flugblätter, die sie im Briefkasten ihrer Tochter Stephanie gefunden hat. Sie enthalten rassistische Inhalte. Die Bielefelderin ging deshalb zur Polizei. Foto: Kathrin Brinkmann

Gisela Brink zeigt die Flugblätter, die sie im Briefkasten ihrer Tochter Stephanie gefunden hat. Sie enthalten rassistische Inhalte. Die Bielefelderin ging deshalb zur Polizei. Foto: Kathrin Brinkmann

Viele Nachbarn hätten die Flugblätter, die gegen 22 Uhr in die Briefkästen geworfen wurden, einfach in den Papierkorb geschmissen.

Nicht so Gisela Brink. Sie hofft, dass die Polizei dem Täter auf die Schliche kommen wird. Deswegen erstattete sie Anzeige. »Ich habe wirklich keine Idee, wer so etwas gemacht haben könnte. Eigentlich wohnen hier viele Studenten. Dieses Wohnviertel ist überhaupt nicht fremdenfeindlich eingestellt«, sagt die Bielefelderin.

Die Wortwahl auf den Flugblättern erinnert an Parolen aus der Nazi-Zeit. So wird unter anderem der Begriff »Weltjudentum« verwendet, der oft in Zusammenhang mit antisemitischen Verschwörungstheorien fällt. Für den Nationalsozialismus war das »Weltjudentum« der »Weltfeind«, den es zu vernichten galt. »Das hat mich wirklich aufgeregt, als ich das gelesen habe«, sagt Gisela Brink.

Bei der Polizei habe man ihr gesagt, dass sie nicht die einzige Anwohnerin gewesen sei, die sich gemeldet hat. Das bestätigt Polizeisprecherin Sonja Rehmert: »Uns sind bisher zwei Fälle bekannt, bei denen Flyer mit fremdenfeindlichen Parolen gefunden wurden«, sagt sie. Um die Vorfälle kümmere sich nun der Staatsschutz.

»Noch sind die Ermittlungen ganz am Anfang«, informiert Rehmert. Dazu, wer die Flugblätter in Umlauf gebracht haben könnte, konnte die Polizistin gestern noch keine weiteren Auskünfte geben. Wer ebenfalls Flugblätter mit volksverhetzenden Inhalten in seinem Briefkasten gefunden hat, kann dies bei der Polizei unter Telefon: 0521/545-0 melden.

Quelle: Westfalenblatt vom 21. Juli 2011 – Polizei sucht Flugblatt-Autor – Flyer mit antisemitischen Parolen verteilt – Beamte ermitteln wegen Volksverhetzung

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s