Weicheialarm bei der Freiwilligen Armee von Frau Merkel


Weicheialarm bei der Freiwilligen Armee von Frau Merkel. Die Bundeswehr steht am Rande des Abgrundes.

Weicheialarm bei der Freiwilligen Armee von Frau Merkel

Weicheialarm bei der Freiwilligen Armee von Frau Merkel

20 Prozent der „Wehrpflichtigen“ geben bereits nach wenigen Tagen auf.  Grund: das zu frühe Aufstehen, der „rüde Umgangston“ und „zuviel Sport“.

Quelle:  Hamburger Morgenpost vom 21. Juli 2011

Er war der Erste, der kam, und er ist der Erste, der ging. Der 19-jährige Jan-Piet Jaschinski hat nicht lange gebraucht, um zu erkennen, dass der freiwillige Wehrdienst doch nichts für ihn ist.

Am 4. Juli 2011 „schüttelte ihm“ Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) noch die Hand zur Begrüßung in der Julius-Leber-Kaserne in Wedding. Nur wenige Tage später unterschrieb der Abiturient aus Charlottenburg seine Kündigung.

Keine drei Wochen nach dem Start der reinen Freiwilligenarmee haben auch an anderen Bundeswehrstandorten in Deutschland die ersten Rekruten ihren Dienst quittiert. Das bestätigt das Verteidigungsministerium, allerdings ohne genaue Zahlen zu nennen. Belastbare Aussagen seien frühestens Anfang Oktober möglich, sagt ein Sprecher. Bisher hätten die jungen Frauen und Männer erst 17 Diensttage absolviert und noch gar kein umfassendes Bild bekommen können.

„Zu wenig geistige Herausforderung“

Für Jan-Piet Jaschinski aber stand an seinem zweiten Tag als Freiwilliger im Berliner Wachbataillon bereits fest: „Das bietet mir hier zu wenig geistige Herausforderung.“ Gleichzeitig gebe es zu viele Strukturen, die er beim besten Willen nicht verstehen könne. „Wir mussten zwei Stunden vor einem Gebäude strammstehen, nur um kurz hineinzugehen, eine Frage zu beantworten und eine Unterschrift abzugeben.“ Danach habe er sofort in der Universität angerufen und gefragt, bis wann er sich einschreiben könne: für Politik und Wirtschaftswissenschaften. Der Stichtag war noch zehn Tage hin, also entschied er sich, schnell zu handeln. „Ich hätte es auch gern länger ausprobiert“, sagt er. Letztlich habe ihm aber der Reiz gefehlt.

Ursprünglich hatte Jan-Piet Jaschinski vor, sich die Bundeswehr ein Jahr lang „mal anzugucken“, eventuell auch dort zu studieren. „Ich habe extra vorher Seminare besucht und mich bei Bundeswehrveranstaltungen informiert“, erzählt er. Aus Neugier sei er gekommen, hatte der junge Charlottenburger vor dem Dienstantritt gesagt. Vier Wochen nach dem Abitur wollte er erst einmal „Distanz zur Schule“ – auch um sich selbst zu testen, ob er damit umgehen könnte, Befehle zu empfangen und sie zu befolgen, notfalls gegen die eigene Überzeugung. Heute sagt er: „In 13 Schuljahren bekommt man eingetrichtert, selbstständig zu denken, und nach vier Wochen Ferien soll man das plötzlich alles über den Haufen werfen?“ Diese Frage hätten sich mehrere Abiturienten in seiner Kaserne gestellt, sagt der 19-Jährige. Gut eine Handvoll hätte deswegen von dem Recht Gebrauch gemacht, innerhalb der ersten sechs Monate Probezeit zu kündigen, ohne Angabe von Gründen; so wie es auch der Bundeswehr zusteht.

„Ich hatte Angst, dass ich in der Kaserne das Leben da draußen verpasse“, erklärt Jan-Piet Jaschinski seinen Schritt. Außerdem habe ihm das System als solches Beklemmungen bereitet. „Als Soldat wird man nur nach seinem Dienstgrad beurteilt“, sagt der 19-Jährige aus Charlottenburg, „nicht aber nach dem, was man wirklich geleistet hat.“

Ministerium weiter optimistisch

Im Ministerium macht man sich wegen der ersten Abtrünnigen noch keine Sorgen. Unter den aktuellen Abbrechern seien viele Schulabgänger, die sich bei mehreren Arbeitgebern beworben und dann kurzfristig eine Zusage erhalten hätten, die ihnen besser passe, sagt der Sprecher. Häufig spielten auch gesundheitliche Gründe eine Rolle für den Ausstieg: Die Rekruten oder auch die Truppenärzte stellten plötzlich fest, dass die körperlichen Anforderungen in den Streitkräften doch zu hoch seien. „So etwas gab es auch schon zu Zeiten der Wehrpflicht“, sagt der Ministeriumssprecher. „Nur damals konnten wir die jungen Leute für ein bis zwei Jahre zurückstellen.“

Das funktioniert künftig nicht mehr. Zum 1. Juli ist der Zwangsdienst offiziell ausgesetzt worden. Und die Bundeswehr ist darauf angewiesen, dass Soldaten aus freien Stücken zu ihnen kommen. Minister de Maizière rechnet in seiner neu ausgerichteten Armee mit mindestens 5.000 Freiwilligen, die bis zu 23 Monate ihrem Land dienen sollen – und dafür auch mehr Geld bekommen als bisher. Die neuen Zahlen seien weiter ermutigend, betont der Ministeriumssprecher. Bis zum 15. Juli hätten bereits 9365 Freiwillige ihren Vertrag unterschrieben, weitere 7.346 ehemalige Wehrpflichtige hätten ihre Zeit bei der Bundeswehr verlängert über die bisher verlangten sechs Monate hinaus. Interessenten gebe es ebenfalls genug: Rund 30.000 Männer und Frauen seien schon zu Eignungstest eingeladen worden.

Jan-Piet Jaschinski will die Bundeswehr wegen seiner Entscheidung jetzt nicht verteufeln. Angehenden Freiwilligen gibt er aber den Rat: „Guckt euch das mal einen Tag lang an, bevor ihr euch endgültig entscheidet.“ Genau die Möglichkeit bietet die Bundeswehr bereits. Auch im Wissen darum, dass die Umstellung von Wehrpflicht- auf Freiwilligenarmee nicht ohne Weiteres gelingen wird. „Wir müssen uns anstrengen, damit die Zahlen gut bleiben“, hatte Minister Thomas de Maizière (CDU) zum Start des neuen Dienstes gesagt, allerdings ohne konkrete Pläne für ein Attraktivitätsprogramm zu nennen. Erst in vier, fünf Jahren könne man endgültig sagen, ob das neue Konzept aufgehe, sagte der CDU-Minister. Er lässt den Freiwilligendienst auch vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr begleiten und bewerten.

Jan-Piet Jaschinski will bis dahin sein Studium in Berlin, Potsdam oder Hamburg begonnen haben. Bis zum Start des Semesters arbeitet er nun bei seinem Bruder im Hochseilgarten. „Da habe ich viel mehr Action als bei der Bundeswehr.“

Vernichtendes Urteil über Bundeswehr

Setzen, 6! Die im Umbruch befindliche Bundeswehr schneidet im Vergleich mit den anderen westeuropäischen Armeen extrem schlecht ab.

Wie aus Daten der Europäischen Verteidigungsagentur EDA hervorgeht, liegt die Zahl der einsatzfähigen deutschen Soldaten derzeit bei 7.000, bei den Franzosen sind es 30.000 und bei den Briten 22.000, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet.

Dabei stehen hinter jedem Bundeswehrsoldaten im Einsatz 35 Kameraden und 15 zivile Mitarbeiter daheim im Grundbetrieb und zur Unterstützung. Bei den Franzosen sind es 8 plus 2, bei den Briten 9 plus 4 und EU-weit 16 plus 4. Danach liegen die Ausgaben pro Soldat im Einsatz mit 5,16 Millionen Euro bei der Bundeswehr drei Mal so hoch wie im EU-Durchschnitt.

Input und Output stünden in einem erschreckenden Verhältnis, sagte der FDP-Verteidigungspolitiker Christoph Schnurr: „Die Bundeswehr hat den Wandel ihrer Kernkompetenz von einer stehenden Panzerarmee zu hochmobilen Einsatzkräften noch nicht umgesetzt.“

3 Kommentare zu “Weicheialarm bei der Freiwilligen Armee von Frau Merkel

  1. Pingback: Wir spazieren am Samstag „im Marschtempo“ zwischen Siegessäule und dem Berliner Brandenburger Tor « alexanderplatz1berlin

  2. Andererseits sollen „wir“ uns freuen, wenn die Bundeswehr in Kürze „bedingungslos vor dem Deutschen Volk kapituliert“. Damit wir endlich (Art 146 GG) statt leeren, inhaltslosen Versprechungen das völkerrechtlich uns zustehende Selbstbestimmungsrecht ausüben „dürfen“ – um in freien Wahlen über die politische Form zu bestimmen.

    Die BRD mußte eine Unterwerfungsklausel vorlegen (siehe Bundeskanzleramtsprotokoll Nr 354 B), daß sie sich verpflichtet, KEINEN Friedensvertrag vorzubereiten… Das jedoch steht den Vorschriften der „freiheitlich verfaßten demokratischen Grundordnung“ (FDGO) entgegen (Art 79 GG).

    Wird das Deutsche Volk jemals wach?

    Heute scheinen die Dinge so zu liegen, daß der Umerziehungsauftrag der U.S. Army von 1945 in Verbindung mit den EYES ONLY Operationen „Wunderland“ und „Pocketbook“ voll aufgegangen sind.

    Dagegen ist nur ein Kraut gewachsen. die Nationale Volksarmee, zunächst ohne Waffen…

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