“Reichskanzler Fürst” Norbert Schittke plant – wo sonst? – eine monumentale Großkundgebung in Nürnberg als Schauplatz der Nürberger Prozesse gegen die „Kriegsverbrecher“


Der namhafte und in der Szene wohlbekannte „KRR-Blogger“ Frank Schmidt deckt in „Reichsbürger” in der Presse eine neue Großveranstaltung der“Exilregierung Deutsches Reich” und deren “Reichskanzler Fürst” Norbert Schittke auf, die für den 15. und 16. Juli 2011 vermutlich in Nürnberg geplant ist – eine monumentale Großkundgebung in Nürnberg als Schauplatz der Nürberger Prozesse gegen die „Kriegsverbrecher“ also.

Laut Einladung will der „Fürst von Rombkerhall“ seinen „Fürstensaal“ mit 120 Sitzplätzen angemietet haben. Dabei hat diese KRR nur 48 Mitglieder, einschließlich Schittke, Jahrgang 1942. Vermutlich handelt es sich um die Vorfeier, um bald den 70. Geburtstag des Seniors in würdigem Rahmen unter Absingen der drei Strophen des „Deutschlandliedes“ zu begehen.

Am 8. Juli 2011 berichtete der “Blick nach rechts” über „Unverdrossene Reichsbürger – Exilregierung“ will das „nicht untergegangene Deutsche Reich“ weiterführen.“ Aus dem Umfeld der „Kommissarischen Reichsregierungen“ (KRR) werden einige Splittergruppen durch den Verfassungsschutz beobachtet. Zu ihnen zählt die „Exilregierung Deutsches Reich“.

Als „Weltsensation“ wird derzeit auf der Homepage der „Exilregierung“ behauptet: „Holocaust Ikone Anne Frank überlebte“.

Am 15./16. Juli will die „Exilregierung Deutsches Reich“ im „südlichen Bereich Deutschlands“, vermutlich in Nürnberg, ein „Bürgerinformationstreffen“ abhalten. Für die Veranstaltung will man laut Einladung einen „Fürstensaal“ mit 120 Sitzplätzen angemietet haben.

An der Spitze der „Exilregierung Deutsches Reich“ steht „Reichskanzler Fürst“ Norbert Schittke (Jg. 1942) aus dem niedersächsischen Hildesheim. Gegründet wurde die „Exilregierung“ am 8. Mai 2004 im Parkhotel Kronsberg in Hannover als Absplitterung der „Kommissarischen Reichsregierung des Deutschen Reiches“ um den Berliner Rechtsextremisten Wolfgang Ebel.

Initiator der Gründung war Schittke, vormals unter anderem Kreisrat der Republikaner, Kandidat der Zentrumspartei bei der Europawahl 1999 und Mitgründer einer Statt Partei. Die Gründungsmitglieder der „Exilregierung“ wurden von Schittke auf die Handelsflagge des Deutschen Reiches zur See mit den Worten vereinigt:

„Ich verspreche, dass ich das Staatsvolk des Deutschen Reiches gewissenhaft vertreten will, meine ganze Kraft zur Weiterführung des 1945 nicht untergegangenen Deutschen Reiches einsetzen werde“.

Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913

Die „Exilregierung“ spricht der verfassungsmäßigen Ordnung der Bundesrepublik die Legitimität ab. So sei das Grundgesetz „keine deutsche Verfassung, sondern ein alliiertes und oktroyiertes Gesetz für ein besetztes Gebiet.“ Die Bundesrepublik ist in den Augen der „Exilregierung“ ein „Instrumentarium der Besatzer “ und die Bundesregierung wird als „Fremdwalter für die Besatzungsmächte nach der Teilkapitulation von Teilen der Wehrmacht“ bezeichnet.

Wer Bürger des „Deutschen Reiches“ ist, bestimmt demnach das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913. Im Sinne dieses Gesetzes gilt „Elsaß-Lothringen“ als „Bundesstaat“ und die „Schutzgebiete“ in Übersee sind „Inland“. Die „Exilregierung“ verkauft an ihre „Reichsbürger“ zahlreiche „Dokumente“, darunter einen „Reichspersonenausweis“, einen „Reichsführerschein“ und einen „Reichsreisepass“.

Die „realitätsfernen Verlautbarungen der ‘Exilregierung‘“, so urteilt das thüringische Landesamt für Verfassungsschutz, „dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier mit pseudo-juristischer Akribie versucht wird, einen gesellschaftlichen Resonanzboden für rechtsextremistisches Gedankengut zu schaffen und teilweise personelle Überschneidungen zu anderen rechtsextremistischen Gruppierungen bestehen“.

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